Porsche 924
aus PFF-Wiki, der freien Wissensdatenbank
Mitte der 1970er Jahre konstruierte Porsche nach Vorgabe und im Auftrag von Volkswagen einen möglichst günstigen Sportwagen. Dieser sollte in das offizielle Verkaufsprogramm von Volkswagen aufgenommen werden. Von Anfang an wurde bei der Konstruktion darauf geachtet, möglichst viele Teile aus anderen Modellen von Audi/VW verwenden zu können. Im Laufe der Entwicklung wurde klar, daß ein solcher Sportwagen nicht wirklich in das Programm von VW passte. Man entschied schließlich, das Fahrzeug unter dem Namen Porsche zu vertreiben, nicht zuletzt auch aufgrund des besseren Images der Marke Porsche im Sportwagenbereich. Ein Großteil der Produktion wurde jedoch nicht von Porsche selbst, sondern im Audi-Werk in Neckarsulm gefertigt.
Die Grundidee des kostengünstigen Sportwagens blieb jedoch bestehen, wodurch viele Teile, die im 924 verbaut wurden von Audi/VW stammten. Das reichte anfangs vom Motor über Schalter im Innenraum bis hin zu den Türgriffen. Der Porsche 924 wurde von 1976 bis 1985 gebaut.
Danach wurde er vom 924S abglöst, welcher die gleiche Karosserie und Innenausstattung hatte, jedoch durch den 2,5 Liter Motor des 944 angetrieben wurde und auch dessen Technik übernahm.
Der 924S wurde von 1985 bis 1988 gebaut.
| Inhaltsverzeichnis |
Modelle
- Porsche 924, von MJ 1976 bis MJ 1985 wurde insgesamt 121.510 Stück gebaut.
- Porsche 924 Turbo,(Typ 931), Version mit 170 PS der MJ 1979 und 1980: 7.136 Stück, Version mit 177 PS der MJ 1981 bis 1984: 5.291 Stück
- Porsche 924 Carrera GT MJ 1981: 406 Stück
- Porsche 924 Carrera GTS: 50 Stück (andere Quellen 59 Stück)
- Porsche 924 Carrera GTR (Rennversion): 17 Stück
- Porsche 924 S Version mit 150 PS MJ 1986 und 1987: 12.195 Stück, Version mit 160 PS MJ 1088: 4.079 Stück
Motoren
- Porsche 924: 2,0 Liter 4-Zylinder mit 92KW/125 PS
- Porsche 924 Turbo: 2,0 Liter 4-Zylinder mit 125KW/170PS, später 177PS
- Porsche 924 Carrera GT: 2,0 Liter 4-Zylinder mit 154KW/210PS
- Porsche 924 Carrera GTS: 2,0 Liter 4-Zylinder mit 180KW/245PS
- Porsche 924 S: Modelljahre 1986/87: 2,5 Liter 4-Zylinder mit 110KW/150PS Normalbenzin, ab Modelljahr 1988 160PS Superbenzin (95 ROZ)
Karosserie
Der Karosserie des Porsche 924 war die Grundform der weiteren Modelle Porsche 944 und später Porsche 968. Optional wurde ein ausstell- und herausnehmbares Dachteil angeboten, es handelte sich jedoch nicht um einen eigentlichen Targa wie der Porsche 911 Targa.
Die Karosserie des 924 Turbo zeichnete sich durch die beim Grundmodell fehlenden Lufteinlässe zwischen den Klappscheinwerfern, im Frontblech und eine sogenannte NACA-Öffnung auf der Motorhaube sowie spezielle Leichtmetallfelgen im Kreuzspeichendesign mit 5-Loch-Anbindung sowie einen Heckspoiler auf der Heckklappe aus.
Die Karosserie des 924 Carrera GT/GTS (Werkscode 937) nahm zudem schon die verbreiterten, vorderen Kotflügel des Porsche 944 vorweg, die hinteren Kotflügel hatten eine eigenständige, aufgesetzte Verbreiterung.
Eine Besonderheit war die stark gewölbte Heckscheibe, die gleichzeitig als Kofferraumdeckel diente.
Fahrleistungen
Jeweils Beschleunigung von 0-100 km/h in Sekunden und Höchstgeschwindigkeit:
- Porsche 924: 9,6 sek./204 km/h
- Porsche 924 Turbo (170PS): 7,8 sek./225 km/h
- Porsche 924 Turbo (177PS): 7,7 sek./230 km/h
- Porsche 924 Carrera GT: 6,9 sek./240 km/h
- Porsche 924 Carrera GTS: 6,2 sek./250 km/h
- Porsche 924 S (150PS): 8,5 sek./215 km/h
- Porsche 924 S (160PS): 8,2 sek./220 km/h
Sonstiges
Der Porsche 924 wurde seinerseits von vielen nicht als „echter“ Porsche anerkannt. Das lag zum einen an den vielen verwendeten Bauteilen aus dem Audi/VW-Regal, zum anderen auch am Motorenprogramm, welches ausschließlich 4-Zylinder beinhaltete. Dieses Manko haftete auch den Weiterentwicklungen 944 und 968 an.
Sowohl der 924, als auch seine Nachfolger waren zuerst sehr erfolgreich und das stärkste Standbein der Firma Porsche. Gegen Ende der 1980er Jahre wurden sie jedoch von vielen für die damaligen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Firma verantwortlich gemacht, da die Produktionszahlen dramatisch sanken. Die Produktionszahlen der gesamten 924/944- Baureihe:
- 1986: 30.784 Stück
- 1987: 25.833 Stück
- 1988: 8.937 Stück
- 1989: 7.060 Stück
1988 wurden erstmals mehr Porsche 911 (10.786 Stück ohne Turbomodelle) als Porsche 924/944 verkauft. Dieser Trend setzte sich fort und der Unterschied der Produktionszahlen vergrößerte sich zugunsten des 911 (7.060 Stück zu 13.238 Stück im Folgejahr 1989).
Auch der stark überarbeitete Nachfolger der 924/944-Baureihe, der Porsche 968, konnte diesen Verlauf nicht nachhaltig stoppen. Die Baureihe wurde daher eingestellt. Außerdem brauchte man die Kapazitäten für die Produktion des Boxster.
Die Modelle Carrera GT (Stückzahl 406), Carrera GTS (Stückzahl 50) und Carrera GTR (Stückzahl 17) sind aufgrund ihrer geringen Auflage weitgehend unbekannt und wurden hauptsächlich für den Renneinsatz konzipiert, obwohl ein großer Teil auch mit Strassenzulassung verkauft wurde.
In einer Kleinauflage von 20 Exemplaren wurde der Porsche 924 mit der Optik des 924 Carrera GT von der Firma Artz als Kombi angeboten.

